Freiräume in München – Zur Auftaktveranstaltung der STADTfragen


Die Veranstaltungsreihe STADTfragen des Jungen Forums im Münchner Forum bietet Studierenden und Absolventen ein Podium, ihre Studienarbeiten rund um das Thema Stadt und Stadtentwicklung mit einem breiten Publikum in München zu diskutieren. JUNG ALT ANDERS …und wie viel Spontaneität verträgt der öffentliche Raum? – so lautete der Titel der Auftaktveranstaltung am 13.12.2011 im Import Export.

Drei Arbeiten rund um das Thema Freiräume wurden vorgestellt: Moritz Monninger analysiert das Sozialleben türkischer Senioren in München, Alexander Gropp betrachtet Skaten als urbane Praxis und Ben Kerste – seine Arbeit wird stellvertretend von Marina Lessig vorgestellt – schreibt eine Ethnografie der Schachspielerszene an der Münchner Freiheit.

Im Anschluss diskutierten etwa 50 Gäste lebhaft mit den Referenten. Die Diskussion versucht zunächst den vagen Begriff „Freiraum“ genauer zu bestimmen: „Freiraum ist das, was man selber draus macht“ oder „Freiraum hört da auf, wo der andere ein Problem hat“ – so einige Interpretationen des Abends. Schnell wird allerdings klar, dass sich der Begriff nicht wirklich fassen lässt und vielleicht sogar diese Offenheit braucht. Städte bieten unzählige öffentlich zugängliche Räume zur kostenfreien Nutzung. Unter welchen Bedingungen werden diese jedoch auch zu individuellen oder sozialen Freiräumen? Im innerstädtischen Bereich Münchens konkurrieren verschiedene Nutzergruppen um die wenigen freien Räume. Im Prozess der gegenseitigen Verdrängung werden Frei-Räume immer wieder von verschiedenen Nutzungen und Nutzern durchwandert. Außerhalb des Mittleren Rings hingegen werden auf manchen großzügig angelegten Plätzen händeringend Freiraumpioniere gesucht.

In der Diskussion wurde deutlich, dass es wichtig ist, eine Wahrnehmung und Wertschätzung für bestehende städtische Frei-Räume zu fördern. Wenn Freiräume nur bedingt planbar sind – so der Tenor – dann sind die Räume, die heute erfolgreich genutzt werden, als besonders wertvoll für die Stadtentwicklung einzustufen. Und wenn dennoch der Versuch unternommen werden soll, planerisch Freiräume zu gestalten? Ein gewisser Grad der Gestaltung scheint sinnvoll zu sein: Schaffung von Schutz- und Ordnungsfaktoren, welche die Aneignung durch verschiedene Nutzergruppen erleichtern, oder die bewusste Abwechslung verschiedener Arten städtischer Freiräumen im Zusammenspiel. Für ältere Menschen scheint es wichtig zu sein, Plätze und Freiräume zu institutionalisieren, damit die Begegnung mit anderen wahrscheinlicher wird. Für sie gilt: „Das entscheidende am Freiraum ist, dass ich nicht alleine bin.“

Fotos der Auftaktveranstaltung findet ihr unter Dokumentation.

Autor: Agnes Förster

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: