Wie tickt München? Auf der Suche nach der Eigenlogik unserer Stadt
Wohin wächst München – Stadt, Land, Schluss?
Second City –­ wie wiederverwertbar ist die Stadt?  
Willkommen in München! Wie und wo leben Flüchtlinge in unserer Stadt?

AUCH MORGEN NOCH STADT…wie werden Städte dem Klimawandel trotzen?
BODEN-UN-ORDNUNG …wem gehört die Stadt?
INNEN AUSSEN – FREMDES EIGENES …wie viel Abgrenzung verträgt die Stadt?
KREATIV STATT EXKLUSIV …in welchen Nischen wächst die Kunst?

JUNG ALT ANDERS …und wie viel Spontanität verträgt der öffentliche Raum?
DREI VIERTEL STADT …doch welche Stadt wollen wir haben?
DRINNEN ODER DRAUSSEN …und wie viel Rand braucht die Stadt?

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AUCH MORGEN NOCH STADT…wie werden Städte dem Klimawandel trotzen?

Fallmann, JoachimModellierung der städtischen Wärmeinsel auf Grundlage von WRF/chem Simulationen 

Laut Berechnungen der UN leben seit Oktober 2011 7 Milliarden Menschen auf der Erde – damit einher geht eine zunehmende Verstädterung. Mit einer globalen städtischen Bevölkerung von 60 %  leben schon jetzt mehr als die Hälfte aller Menschen in urbanen Räumen. Europa weist derzeit eine Urbanisierungsrate von 72% auf (UN 2011). Natürlich vollziehen sich die Entwicklungen gemäß Entwicklungstand und Naturraum unterschiedlich, jedoch ist es eine der Hauptaufgaben der Forschung, Ansätze für eine zukünftige nachhaltige Stadtentwicklung zu finden. Dabei sind soziale und kulturelle Entwicklungen ebenso von Bedeutung wie klimatische und lufthygienische. Bei beiden Letzteren setzt meine Forschungsarbeit am Institut für Klimatologie, Meteorologie und Umweltforschung (IMK-IFU) des Karlsruher Forschungszentrums KIT an.
Die Promotion befasst sich mit der Beurteilung von Anpassungs- und Vermeidungsstrategien für die städtische Wärmeinsel auf der Basis von numerischen Wettervorhersage-Simulationen. Die städtische Wärmeinsel stellt dabei ein Phänomen einer großen urbanen Fläche dar, sich relativ zu deren ‚ländlicher‘ Umgebung zu erwärmen und somit die meteorologischen und lokalklimatischen Bedingungen zu modifizieren. Der Aspekt der erwärmten Umgebung führt zu einer Reihe negativer Folgen für die Einwohner, wie  Hitzestress oder Verschlechterung der Luftqualität. Mit dem Hintergrund des globalen Temperatur- und Bevölkerungsanstiegs wird davon ausgegangen, dass sich dieses Problem in Zukunft noch verstärken wird.
Daher werden Anpassungs- und Vermeidungsstrategien diskutiert, die helfen sollen, die negativen Folgen abzumildern oder ganz zu vermeiden. Da es sich bei der städtischen Wärmeinsel um ein hoch-komplexes Phänomen handelt, ist der Einsatz von meso- und mikroskaligen numerischen Simulationsmodellen notwendig.

Ilil, Bartana: Potential of Cycling in Suburban Areas. The Case of Fürstenfeldbruck, Munich Metropolitan Region, 2012 

This paper, aimed to examine the potential of cycling as an alternative mode of travel in suburban areas, used as a case study for that purpose the district Fürstenfeldbruck lying west to Munich and constituting part of its metropolitan region. Firstly, the paper has examined the pre-conditions existing in suburban areas, developed together with the new transportation technologies as the rail services and the car, which constitute a potential and obstacles alike to be cycling-friendly. Later, it was discussed, how the structural potential can generate cycling travel demand and what are the measures to develop cycling as a transportation system that includes infrastructure, facilities and services being efficient enough to serve as alternative to the car and to answer accessibility needs.
Concretely, these accessibility needs and potentials were observed and analyzed for the district Fürstenfeldbruck. It was shown that as far as travel demand is concerned, potential of cycling is especially high within the core dense municipalities in the eastern part of the district being at close distances to each other, and that the corresponding offers in these municipalities can complement each other to meet together many of the daily mobility needs of the local population. It was also very clearly discernible that together with the local rail infrastructures, daily travel demand even to the metropolis Munich can be supported in this area without using individual motorized modes. It was shown, that although the proximity of the district to a large metropolis like Munich may create mobility behavior leading to car dependence, development of better conditions for cycling and efforts in the bike & ride field may overcome this dependence and enhance local mobility patterns.
A plan how to realize cycling potential in the district by improving cycling conditions and creating an everyday cycling network was introduced in the third part of the paper. It was suggested that a change in mobility behavior towards higher cycling share would occur in the district, as a result of cycling oriented planning accompanied with appropriate infrastructures and services. The plan has tried to emphasize how areas currently dominated and assigned for car use could be suitable for cycling with little effort, once bicycles have obtained greater significance within the existing and planned infrastructures.

Die komplette Arbeit gibt es hier zum herunterladen. (20MB)

Veit, Hannah/ Volkmann, WenkeREFRESHING ROME, 2012 (Entwurf/ Architektur)

Zu Beginn des Entwurfes stand die Frage ,What is Leisure Time?‘. Wenn man genauer darüber
nachdenkt, eine äußerst schwierige Frage, auf die wir selbst am Ende des Semesters noch
keine eindeutige Antwort hatten. Die Lektüre des Buches ,the end of work‘ von Jeremy Rifkin,
stellte heraus, dass es heutzutage keine klare Unterscheidung zwischen Arbeit und Freizeit
mehr gibt. Übertragen auf den Städtebau erfordert diese Beobachtung einen spezifischen, bzw.
neuen Umgang mit dem öffentlichen Raum, in dem Arbeit und Freizeit parallel stattfinden und
sich befruchten können.
Das Entwurfsgebiet sollte Rom sein. Die ewige Stadt- aber wie lange noch? Rom klammert sich
an seine Vergangeheit und aus Angst vor der Zukunft und eventuellem Verfall, schützt es die
Reste des Imperiums auf vehemte Weise. Zäune trennen die Römer von ihrem ehemaligen
Stadtzentrum, dem Forum Romanum. Lediglich Touristen spatzieren, mehr oder weniger
interessiert, auf eigens dafür vorgesehen Wegen über die Gesteinsreste.
Dieses Zentrum den Römern wieder zurück zu geben, wieder zum Leben zu erwecken- darin
lag unsere Motivation. Ein Studium der verschiedensten Wassertypologien (vom Waschbecken
bis hin zum Geysir), ließ uns eine urbane Wasserlandschaft kreieren, die den Sportler und den
Erholungssuchenden, genauso wie den Wissensbedürftigen und den Kultivierten zusammen
bringt. ,Refreshing Rome‘ also im übertragenen und im wörtlichen Sinne.

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BODEN-UN-ORDNUNG …wem gehört die Stadt?

Felsch, Bernadette-JuliaWege zu einer gerechten Bodenordnung, 2012 

Bodenrecht und die Bodenpolitik können signifikante soziale, wirtschaftliche und umweltrelevante Auswirkungen haben (wie Gentrifizierung, Wohnraummangel, Landgrabbing oder Zerstörung landwirtschaftlicher Anbauflächen). Die Begrenztheit und Empfindlichkeit der Ressource Boden, die durch Umweltprohleme und Bevölkerungswachstum verstärkt wird, tritt zunehmend ins gesellschaftliche Bewusstsein. Es zeigt sich, dass das marktwirtschaftlich dominierte Konzept vom Boden als Ware und Produktionsfaktor offensichtlich nicht zu optimalen Lösungen führt, sondern in mancher Hinsicht selbst Ursache für Probleme ist. Neben einer Darstellung der bodenrechtlichen Ist-Situation wird auch die klassische philosophische Frage nach Eigentum und Gerechtigkeit beleuchtet, um zu klären, ob rechtliche Instrumente, wie Eigentums- und/oder Nutzungsregeln denkbar sind, um die thematisierten Probleme entschärfen oder sogar verhindern zu können. Neben der Eigentums- und Verteilungsproblematik sind eng mit der Bodenfrage verknüpfte Themen wie Wohnungspolitik, Ernährungssicherung und Bodenschutz weitere Schwerpunkte der Arbeit. Kapitel 3 gibt einen historischen Überblick über das Bodenrecht und die Bodenpolitik. Dabei wird die Bodenpolitik in Deutschland thematisiert und ein besonderer Schwerpunkt auf die kommunale Bodenpolitik am Beispiel der Landeshauptstadt München gelegt. Es folgt ein Vergleich mit der Bodenpolitik in anderen Ländern Europas (Schweden, Dänemark, Niederlande, Russland) sowie mit Blick auf China, Lateinamerika und Afrika. Daraus folgt der Schluss, dass das geltende Bodenrecht mit hoher Wahrscheinlichkeit einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an der relativ immer ungleicheren Einkommens- und Vermögensverteilung hat und Probleme (wie Gentrifizierung, Flächenversiegelung, Umweltfragen, Landnahme, usw.) nicht ausreichend berücksichtigt. Kapitel 4 enthält eine umweltpolitische Kritik, eine sozialpolitische Kritik und eine kritische Auseinandersetzung mit der bestehenden Bodenordnung. Aus Theorien über Gerechtigkeit und über die Legitimität von Grundeigentum folgt das Fazit: Weil Boden Quelle und Garant so elementarer Grund- und Menschenrechte, wie dem Recht auf Nahrung, Wohnung und (Bewegungs-) Freiheit ist, müsste er eigentlich allen zu gleichen Teilen gehören. Schließlich widmet sich die Arbeit möglichen Lösungswegen z.B. durch Initiativen und Institutionen, wie die „Anti-Landgrabbing-Bewegung“, genossenschaftliche Modelle oder über Selbstverwaltungsansätze nach der Commons-Theorie. Die Arbeit endet mit der Idee eines langfristigen sanften Übergangs zum Gesellschen Freiland, das mit Hilfe einer Änderung des Erbrechts umgesetzt wird.

Artikel „Wie gerecht ist Eigentum an Grund und Boden? Denk-Alternativen sind notwendig, um ein soziales Bodenrecht zu schaffen“ von Bernadette-Julia Felsch (Standpunkte 11_2012)

Download: Vortrag vom 16. Januar 2013 // Präsentation vom 16. Januar 2012

Keilhofer, Lena/ Müller, Franziska/ Yeboha, Anna/ Kolb, Marina: Equalcity – a communistic credo translated into a contemporary architectural concept, 2012

Stellen Sie sich einen Ort vor an dem wahre Gleichheit herrscht. Wir haben ein Konzept entwickelt, das auf absoluter Gleichberechtigung beruht. Das heißt, dass jeder erst einmal das Gleiche bekommt. Wir haben die gesamte Sendling Site in ein gleichmäßiges Raster aufgeteilt. Und zwar bekommt jeder ein Pixel mit vier Fragmenten zu je 45m2. Jedes Fragment ist an eine Funktion gegliedert. Living, Public, Commerce, Green Space. Vier Pixel bilden je eine Unit um die sich die Infrastruktur erstreckt. Das Grid und diese Einteilung ist zunächst einmal ein Gedankenmodell aus dem heraus ein Tauschprozess entsteht. Da nicht jeder alle Funktionen, die sich auf dem Pixel befinden braucht, entsteht ein Handel. Beispiel: So wird eine Familie mehr Wohnplatz brauchen und ein Firmenbesitzer mehr Platz für sein Gewerbe.Damit ein fairer Tausch und ein geregeltes Zusammenleben stattfindet, haben wir einen Regelkatalog entworfen. Für die Bebauung sind Cubes mit der jeweiligen Funktion vorgesehen, die getauscht werden können. Woher kommen die Regeln? Vor allem haben wir uns bestehende Regeln für das Zusammenleben angeschaut nämlich die Menschenrechte. Aus dem Artikel 25 haben wir beispielsweise unsere vier Funktionen abgeleitet. Um unsere Absichten und Ziele der Equalcity zu definieren und an den Menschen zu bringen, haben wir ein Manifest verfasst. Hier sind vier unserer wichtigsten Punkte: 1. Alle Menschen sind gleich. 2. Gleichheit generiert Verschiedenheit 3. Der Gemeinschaftssinn und die Persönlichkeitsentfaltung werden durch eine gemeinsame Basis gewährleistet. 4. Equalcity braucht Leute die Mitwirken, damit aus kommunistischer Gleichheit ein demokratisches Ideal wird. In Equalcity hat jeder die gleichen Grundvoraussetzungen, deshalb ist kreatives Mitwirken der Nutzer gefragt, denn nur so entsteht Verschiedenheit. Zum einen entsteht durch das Tauschkonzept ein Stadtteil der durch die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner bestimmt wird und immer wieder verändert werden kann, andererseits kann jeder Bewohner seinen eigenen Cube frei entwerfen. An den unterschiedlichen Szenarien sieht man wie dynamisch und flexibel das System ist. Der Nutzer als Individuum und das Kollektiv wirken aktiv an der Gestaltung der Soft City mit. Das Thema der Gleichberechtigung, welches erst einmal sozial bzw. politisch erscheint wird in unserem Konzept architektonisch umgesetzt. Was daraus resultiert ist der Entwurf, der nicht rein architektonischer Natur ist, sondern auch soziale Aspekte, wie das Miteinander berücksichtigt. Daher haben wir es doch geschafft die Soft City zu planen. Wir stellen die Rahmenbedingungen durch Basis, Raster und Tauschregeln und schaffen damit optimale Voraussetzungen, damit sich die Soft City entwickeln kann.

Pauleit, Veronika et al.: Pasing im Umbruch – eine Gemeindestudie, 2012 (Projektarbeit/ Soziale Arbeit)

Pasing wird nach jahrzehntelanger Planung derzeit großräumig neu gestaltet. Ein Kernstück ist neben dem Aus- und Umbau des Pasinger Bahnhofs eine Verlagerung der Hauptverkehrsströme vom historischen Stadtkern zur Nordumgehung Pasing (NUP).Diese beiden Kernprojekte lösen eine Vielzahl weiterer städtebaulichen Veränderungen im Pasinger Zentrum aus. Diese städtebauliche Situation vor der Haustür des Campus Hochschule München bot den Anlass für die Durchführung einer explorativen Feldstudie mit dem Titel „Pasing im Umbruch – eine Gemeindestudie“ im Rahmen des Seminars „Angewandte Sozialforschung“. Folgende Fragen standen dabei im Mittelpunkt: welche Konsequenzen hat dieser Umbau in sozial-ökonomischer und sozial-kultureller Hinsicht? Wie bewerten die Bewohner in vier ausgewählten Quartieren diese Konsequenzen? Welche Entwicklungen sind auf der Basis der von uns erhobenen empirischen Daten für Pasing und die einzelnen Quartiere zu erwarten? Unsere Hypothese war, dass wir vor allem ein Quartier durch die Neugestaltung und die neue Strassenführung noch stärker als bisher vom übrigen Ort abgeschnitten wird, und die Bewohner dies auch problematisch finden. Methodisch kam ein breites Spektrum zum Einsatz: Erkundung der Quartiere mit dem wissenschaftlichen Spaziergang, Experteninterviews mit wichtigen Akteuren, leitfadengestützte Befragung von BewohnerInnen in verschiedenen Quartieren und Sekundäranalyse von vorhandenen Materialien. Als wichtigste Ergebnisse kann man festhalten: die Quartiere haben sehr unterschiediches Entwicklungspotenzial, und die befragten Bewohner und Einzelhändler sehen die Konsequenzen sowohl skeptisch als auch optimistisch. Viele Einzelhändler sehen ihre Existenz teils bedroht. Interessant schien uns auch die überwiegende Einschätzung, dass man bei dem Umbauprozess keine Mitsprache gehabt habe.

„Pasing im Umbruch – eine Gemeindestudie“ gibt es hier zum herunterladen.

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INNEN AUSSEN – FREMDES EIGENES …wie viel Abgrenzung verträgt die Stadt?

Fehlner, Alexander: Quartiersgestaltung. Was macht Architektur?, 2012

In den 1990er Jahren sah sich die Stadt München mehr und mehr dem Mangel an Wohnraum ausgesetzt, was bis heute anhält. Eine Ausweitung der Stadt an ihren Grenzen schien nicht erfolgreich durchführbar, allerdings ergaben sich mehr und mehr Möglichkeiten das Problem durch eine Innenverdichtung auf ehemals industriell, gewerblich oder von der Bahn gentutzen Flächen zu lösen. Eines dieser ersten Umstrukturierungsprojekte und zudem ein Leitprojekt des im selben Zeitraum enstandenen stadtpolitischen Konzepts “Perspektive München” war die Alte Messe/Theresienhöhe, da ein neuer Messestandort am alten Flughafen Riem genutzt werden konnte. Auf dem Alten Messe Gelände sind mittlerweile ca. 1400 Wohnungen entstanden wovon knapp die Hälfte öffentlich gefördert ist bzw. Teil des “München Modells” sind. Gleichzeitig befinden sich auf dem ca. 22 ha großen Gelände Luxuslofts im sog. “Wohnturm” von den Architekten Steidle & Partner entworfen, welche ebenso den Masterplan für die Gestaltung des ganzen Gebiets entworfen haben. Die einzelnen Baufelder wurden schließlich von verschiedenen Architekten geplant wodurch eine sehr heterogene Mischung innerhalb des neuen Viertels entstand. Wie in ersten Forschungsgesprächen ermittelt werden konnte, verlaufen Zuschreibungen von arm und reich, u.a. über Symboliken die Architektur und Stadtplanung mit sich bringen, obwohl diese nicht zwingend der Realität entsprechen, jedoch Teil der tagtäglichen Wahrnehmung der einzelnen Nutzer und sind. Ein Teil meiner Magisterarbeit beschäftigt sich mit den Fragen: Was macht Architektur im Sinne unserer Wahrnehmung? Wie kommt es zu dem vermeintlichen Wissen, ein Gebäude sei “asozial” oder “geldig” und was macht das mit den Nutzern dieser Gebäude? Über welche Symboliken wird Differenz hergestellt? Diesen Fragen wird überwiegend mit der Analyse von Quellenmaterial, vor allem der projektbegleitenden Dokumentation der Theresienhöhe, qualitativen Interviews mit Nutzern, sowie Wahrnehmungsstudien versucht auf den Grund zu gehen. Als Hypothese kann derzeit festgehalten werden, dass über Architektur und Raumgestaltung Stigmata produziert werden. Durch Architektur und Raumgestaltung kann ein subjektives Sicherheitsgefühl und eine Gemeinschaft gesteigert werden die Differenzen aufmacht.

Thaler, Miriam: Der arabische Supermarkt – ein Ort des kulturellen Austausches oder der Exklusion?, 2012

In meiner empirischen Arbeit beschäftigte ich mich mit Vorgängen der kulturellen Abgrenzung und Integration in einem arabischen Supermarkt, dem Schapolmarkt im münchner Bahnhofsviertel. Gerade ein Supermarkt, der arabische Produkte verkauft, ist ein Ort, an dem Prozesse des kulturellen Austausches oder der kulturellen Abgrenzung beobachtet werden können. Meine alltäglichen Beobachtungen weckten in mir den Eindruck, dass der arabische Supermarkt – anders als der Großdiscounter nebenan – nicht nur als unpersönlicher Ort des Konsums, sondern als Treffpunkt für den kommunikativen Austausch der immer selben Menschen diente. Als öffentlicher Raum steht er jedoch prinzipiell allen offen. Jeder hat die Möglichkeit, unverbindlich dort Produkte zu erwerben. Ebendiese Spannung zwischen prinzipieller Öffentlichkeit und dem Eindruck kultureller Privatheit faszinierte mich und verlangte genaueres Hinsehen. Meine Ergebnisse gewann ich in drei Schritten: Inventur, halbstrukturierte Interviews mit den Verkäufern und Kundenbefragung. Aus meinen Befragungen und Beobachtungen ergab sich ein durchaus gemischtes Bild der Menschen, die im Schapol-Markt zusammentrafen. Zwar lässt sich feststellen, dass Menschen nordirakischer Herkunft überwiegen und der Supermarkt durchaus eine soziale Rolle, vor allem für kurdische Stadtbewohner erfüllt, aber selbst unter ihnen ergeben sich Differenzierungen nach z.B. Bildung und Religion. Außerdem kauften neben ihnen Menschen unterschiedlicher, meist arabischer Herkunft, ein. Es kann also keineswegs von einem Ort einer nur homogenen ethnischen Identität die Rede sein. Allen Kunden gemein ist eine Abgrenzung von der fremden Esskultur, durch den Konsum bekannter Lebensmittel. Allerdings werden trotz der geteilten Erfahrung von Fremdheit in einem fremden Land kulturelle Differenzen zwischen unterschiedlichen arabischen Kulturen kaum überbrückt, Abgrenzungen aufrecht erhalten.

Die Seminararbeit von Mariam Thaler gibt es hier zum herunterladen.

Haas, Elena: Mappingprojekt: Das Fremde in München, 2012

Die grundlegende Fragestellung der vorgelegten Arbeit ist die Annäherung an den fremden Ort. Sie beschäftigt sich mit der Problematik, dass der fremde Ort nur fremd bleiben kann und darf, wenn er unzugänglich bleibt. Ebenfalls fließen philosophische Überlegungen in den Arbeitsprozess ein, die auch dem Betrachter mit dem Zitat von Merleau-­‐Ponty in der künstlerischen Arbeit zugänglich werden. Die Arbeit spiegelt dabei einen individuellen Mappingprozess der Künstlerin in München wieder, bei dem sie bedeutende Orte ihrer Kindheit photographisch festgehalten hat. Damit diese Orte zu fremden Orten für den Betrachter werden können wurden die photographischen Arbeiten extrem unterbelichtet, so dass sie zu schwarzen Flächen wurden, die einzig und allein die geschriebene Assoziation der Künstlerin auf sich tragen. Infolgedessen wurden fremde Orte geschaffen, die erst durch die Phantasie, das Rätseln und damit durch den Betrachter zu leben beginnen. Auf einer zweiten Tafel befinden sich die Wege des Mappingprozesses und die Markierung der Stationen – der fremden Orte. Diese Darstellung ergänzt die photographische Arbeit durch die Dimension der zeitlichen Abfolge und der Bewegung im Raum München.

Die photographische Arbeit von Elena Haas gibt es hier.

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KREATIV STATT EXKLUSIV …in welchen Nischen wächst die Kunst?

Lampe, Lisa: München als Standort für bildende Künstlerinnen und Künstler, 2012

Ziel der Arbeit war es herauszufinden, welche Ausprägung das Milieu bildender Künstlerinnen und Künstler in München besitzt. Die Analyse dient als Puzzleteil, um einen besseren Überblick über die Kultur- und Kreativwirtschaft Münchens zu bekommen. Es wurden fünf Faktoren herausgearbeitet, die ein Milieu um bidende Künstlerinnen und Künstler in München aufspannen (Identifikation, allgemeine Rahmenbedingungen, Förderung, Vernetzung und materielle Infrastruktur). Vorraussetzungen wie die Geschichte Münchens und Kulturpolitik werden erläutert. Mithilfe eines Leitfadens wurden 10 bildende Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers interviewet. Die qualitativ ausgerichtet Arbeit enthält viele Beispiele und Zitate aus den Interviews, beschreibt Ateliersituationen und unterschiedlichste Kunsttreibende. Somit entsteht ein Bild über die „Künstlerszene“, wichtige Orte und Dynamiken in München. Es konnten Rückschlüsse gezogen werden, die beschreiben, dass das Milieu bildender Künstlerinnen und Künstler in München eine geringe Ausprägung besitzt.

Die Bachelorarbeit von Lisa Lampe gibt es hier zum Herunterladen.

Häbler, Roman: München die “saubere Stadt” – Zur Bedeutung von Graffiti im öffentlichen Raum, 2012

Städte, urbane Lebenswelten, Metropolen des 21. Jahrhunderts zeichnen sich durch ihre eigene Geschichte, ihre kulturellen Hintergründe und ihre alltägliche Lebenswelt aus. Sie erhalten dadurch einen individuellen Charakter, der Assoziationen hervorrufen kann, und wodurch ein spezifisches Bild der Stadt entsteht und ihr Eigenschaften zugeschrieben werden. München wird im aktuellen Städtediskurs nicht nur als schön bezeichnet, sondern auch als saubere und sichere Stadt angesehen. Im kulturwissenschaftlichen Forschungssinne wird anhand solcher Assoziationen das Erkenntnisinteresse geweckt, wie und durch wen ein solches Bild Münchens entsteht, wie es reproduziert wird, welche Stereotypen dabei entstehen oder bedient werden und auf welche Art und Weise Deutungshoheiten und Machtverhältnisse den Diskurs beeinflussen. So ergibt sich die Forschungsfrage, welche Wechselwirkung zwischen dem Feld Graffiti (also den verschiedenen Sprüher/innen, Sub-Szenen, aber auch sonstigen Institutionen wie Graffiti-Stores , Jugendzentren oder weiteren Netzwerken) und auf der anderen Seite der Stadt (also sowohl die verantwortlichen Akteure als auch der Raum als haptischer Untergrund und Aktionsfläche) besteht? Die Graffiti-Kultur prägt seit nun seit mehr als 20 Jahren das Stadtbild der Metropolen der westlichen Welt und ist aus deren öffentlichen Raum kaum noch weg zu denken. Die Sprüher/innen werden Straf- und zivilrechtlich geahndet und verfolgt. Vor allem hinsichtlich der globalen Entwicklung von (Innen-)Städten, die sich zu „dekorativen Schmuckstücken“ gestalten, werden verstärkt Techniken und Maßnahmen eingesetzt, um die dabei entstehenden Schäden in Millionenhöhe präventiv zu verhindern und die Werke schnell zu entfernen. Auf der anderen Seite ist aus stadtpolitischer Hinsicht längst erkannt worden, dass der Aspekt der Kreativität einer Stadt mit gewissen ökonomischen Prämissen eng zusammenhängt und dass künstlerischen und (sub-)kulturellen Lebensformen ein gewisser Platz im Stadtraum gewährt werden muss. In München, die sich auch als Kunst- und Kulturstadt behauptet, herrscht nicht nur der state of mind des liberitas bavariae; auch der Oberbürgermeister der Weltstadt mit Herz Christian Ude lässt sich sein Badezimmer von der stadtbekannten Sprüher-Legende Loomit bemalen. Zudem war München die erste Stadt in Deutschland, die Anfang der 80er Jahre die aus New York stammende Graffiti-Kultur adaptierte und bald die ersten Bilder für Aufsehen in der ganzen Republik führten. Anhand dieser Ambivalenz gilt es mit einer kulturanalytischen Herangehensweise, die geführten Interviews und die erhobenen Quellen qualitativ auszuwerten, wobei ich mich an der qualitativen Inhaltsanalyse sowie Perspektiven der Grounded Theory bediene. Durch diese Methoden sollen die verschiedenen Felder dicht beschrieben und Widersprüche aufgezeigt werden. Die Ergebnisse werden dann mit interdisziplinären Stadt-, Subkultur-, Raum- und Macht-Theorien verknüpft.

Schade, Toni: Die Geschichtenfabrik – ein kritischer Ort für München, 2011

Durch das Einführen eines kritischen Ortes mit den Wesenszügen des Fragments werden im Zentrum Münchens lebensnotwendige Möglichkeitsräume geschaffen. Die Aufgabenstellung sieht ein Gebäude für Gegenkultur im Zentrum Münchens vor. Bauplatz ist das Grundstück der ehemaligen Residenzpost an der Ecke von Maximiliansstraße und Residenzstraße.

Das Projekt:
An einem der prominentesten Bauplätze Münchens soll eine weitere Luxusimmobilie entstehen. Ein Luis Vuitton Store, andere exklusive Geschäfte, Büroflächen und Lofts werden an Stelle der ehemaligen Residenzpost München errichtet. Der Block des denkmalgeschützten Bestands wird jedoch nur entkernt, die Fassaden (und vor allem das Fassadengebäude am Max-Josephs-Platz) bleiben bestehen.
Eine Gruppe junger Kunststudenten besetzt die Baustelle in der Phase zwischen Abbruch und Neubau und erzwingt einen Baustopp für das Projekt. Sie weisen in Vorträgen, Partys und Ausstellungen auf die existenzbedrohenden Auswirkungen der Immobilienwirtschaft auf die Münchner Gegenkultur hin. Sie wünschen sich einen Ort der sich einer wirtschaftlichen Verwertbarkeit widersetzt und dadurch existenzielle Freiräume bietet. Dieses Projekt stellt eine mögliche Form eines solchen Ortes dar.

Die Stadt:
Die wenigen industriellen Produktionsflächen in der Innenstadt und die extreme Relevanz Münchens auf dem Immobilienmarkt haben zu einem Mangel an „ruinösen Orten“ geführt. Es fehlt am unfertigen, an einem Ort dem eine Form des Prozesses und der Entwicklung immanent ist und der in der Lage ist Möglichkeiten zu generieren und zuzulassen.
Ein daraus resultierendes Problem ist der Raummangel für eine lebendige Gegenkultur. Diese ist aber wichtig für die Entwicklung einer Stadt, da alternative Lebensentwürfe aufgezeigt und vorgelebt werden und somit Reibung entsteht. Ein Ort der Reibung in ein bestehendes, glattes Gefüge injiziert ist ein kritischer Ort.

Die Theorie:
Das Wesen der Ruine wird maßgeblich mit dem Begriff der Abwesenheit beschrieben. Abwesenheit bedeutet in jedem Sinn eine Form von Unvollständigkeit, bedeutet somit Potenzial, Freiraum und das provozieren schöpferischer Prozesse.

Das Gebäude:
Entlang des zentralen und öffentlichen Raums und gegenüber der Abrissruine des Fassadengebäudes lagern sich Raumrohlinge an. Sie bilden die Kernaussage des Entwurfs: es sind Möglichkeitsräume die eine primäre Struktur zur Verfügung stellen und den Prozess, das Weiterbauen und das Einnisten von Nischenbiographien provozieren. Der Körper der sich aus den vielen Raumrohlingen zusammensetzt heißt „das Fragment“ und ist phänomenologisch als Opposition zur Ruine zu verstehen. Das Fragment wird in drei Bereichen von Ebenen durchstoßen. Diese Ebenen bilden die öffentlichen Bereiche und die Haupterschließung des Gebäudes. Sie verbinden Ruine und Fragment.  Hier finden Ausstellungen, Essen, Vorführungen und Vorträge statt, kurzum: hier kommt es zur Auseinandersetzung mit den Werten, Produkten und Biographien die sich im Fragment bilden konnten.

Weitere Informationen zur Geschichtenfabrik gibt es unter: www.tonischade.com

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JUNG ALT ANDERS …und wie viel Spontanität verträgt der öffentliche Raum?

Gropp, Alexander: Skaten als urbane Praxis. 2011

Diese Diplomarbeit untersucht das räumliche Verhalten der Münchner
Skateboardszene und versucht die Gründe, die diesem Verhalten zugrunde
liegen, aufzudecken. Zeitgleich werden durch die Praxis des Skatens Prozesse in
Gang gesetzt, die Auswirkungen auf den urbanen Raum haben. Diese reichen
von physischen Modifikationen, in Form baulicher Maßnahmen, bis hin zu
physisch nicht fassbaren Phänomenen. So übt das Skaten einen großen Einfluss
auf die Atmosphären lokaler Räume aus, welche ihrerseits die Befindlichkeit der
Individuen die sie betreten mit bestimmt. Während die Praxis des Skatens eine
Bewegungsform durch den Raum darstellt, findet durch sie eine räumliche
Produktion auf mehreren Ebenen statt, wodurch zukünftige Handlungen
beeinflusst werden.

Die vollständige Arbeit gibt’s hier zum Runterladen.

Kerste, Ben Christoph: Ein Springer macht noch keinen Sommer.2010

Die Magisterarbeit handelt von einer offenen Gruppe zumeist älterer Männer, die sich an der
Münchner Freiheit tagtäglich zum Schachspiel trifft. Zwar ist das Schachspiel Ausgangspunkt
der Gruppe und Bedingung ihrer Existenz, jedoch bietet sie den Szenegängern darüber hinaus
einen Ort sozialer Gemeinschaft und verschiedene Formen der Unterhaltung. Dabei sind die
Szene und der Schachplatz trotz der Lage von ihrer Umgebung getrennt. Sie bilden eine Oase
des Spiels, einen Mikrokosmos der Gemeinschaft, eine kulturelle Insel in mitten der Stadt.
Das Ziel dieser Ethnografie ist es, das Denken, Handeln und Wahrnehmen der Teilhabenden an
der Schachspielerszene im Kontext ihres Lebensalltags zu beschreiben und dabei auf soziale
Fragen der Zusammensetzung der Gruppe und der Interaktion der Gruppenteilnehmer
einzugehen. Warum setzt sich die Szene gerade aus diesen Personen zusammen, welche
Erwartungen haben die einzelnen Szenegänger an die Gruppe und welchen sozialen
Verpflichtungen müssen sie sich stellen? Was gilt in der Gruppe als gut oder als schön, wer
erhält Respekt und wer ist Außenseiter? Wie stehen soziale Fragen, auch und gerade
gesamtgesellschaftlicher Natur, in Beziehung zu kulturellen Aspekten dieser Szene?

Die vollständige Arbeit gibt’s hier zum Runterladen.

Monninger, Moritz: Ein Stück Heimat in der Fremde. 2011

Ältere türkische Migranten werden in der öffentlichen Diskussion und im wissenschaftlichen
Diskurs häufig vernachlässigt. Dabei wäre genau das Gegenteil notwendig, da in den nächsten
zwei bis drei Jahrzehnten der Anteil älterer Migranten stark ansteigen wird.
In dieser Arbeit wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, mit dem die subjektive
Sichtweise der Betroffenen erfasst werden sollte. Dabei wurde klar, dass die Lebensweise älterer
Türken sehr stark von räumlichen Komponenten bestimmt wird. So ergab die Analyse, dass für
die älteren Türken vor allem die Räume große Bedeutung haben, die eine hohe Vertrautheit für sie
besitzen und zu denen sie einen starken persönlichen Bezug haben. Um die Lebenssituation der
älteren türkischen Migranten zu verbessern, gilt es diese Räume zu identifizieren und
aufrechterhalten. Die Bedeutung dieser Räume für ihr alltägliches Leben kann nicht hoch genug
eingeschätzt werden, da sie ihnen dabei helfen, mit ihren beschwerlichen Lebensumständen fertig
zu werden.

Die vollständige Arbeit gibt’s hier zum Runterladen.

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DREI VIERTEL STADT …doch welche Stadt wollen wir haben?

Hamann, Stefanie: Die Kleinstadt in der Großstadt. 2011

Ein Promenadologie-Projekt im Rahmen des Kulturprojekts TATORT HERNALS in Wien. Ein Spaziergang, der sich auf die Suche nach den Differenzen der subjektiven Wahrnehmung vor Ort und der Darstellung virtueller Repräsentationen im Internet (z.B. Vergleich Website mit Gegebenheiten vor Ort) begibt.

Eine Dokumentation der Arbeit gibt’s hier zum Runterladen.

Häußermann, Annalina: Münchens Zentrum urbanen Lebens? 2011

Die vorliegende Arbeit befasst sich in Form einer ethnographischen Feldforschung mit dem Münchner Bahnhofsviertel. Die Frage nach der Vorstellung von Urbanität und großstädtischem Leben aus Perspektive der Bewohner und Geschäftsbetreiber stellt den Hauptgegenstand der  Arbeit dar. Heterogene soziale und ökonomische Strukturen finden in diesem Quartier ihren Raum, die teilweise nicht widersprüchlicher sein könnten. Sie gestalten diesen durch spezifische Praktiken und Raumaneignungen mit. Gleichzeitig wirken sich jene spezifischen Raumformationen wiederum auf das Handeln und Wahrnehmen der Akteure im Viertel aus.
Die Vorstellungen von Urbanität gleichen einerseits klassischen Kategorien und Theorien von Urbanität wie Dichte oder Anonymität. Darüber hinaus beinhalten die Beschreibungen Kategorien wie Schmutz und Abgründigkeit oder Momente der Überraschung und des Unvorhergesehenen, die der Großstadt des 19. Jahrhunderts ähneln. Das Bild eines urbanen Viertels gewinnt dabei besonders in Form von Abgrenzungen gegenüber einem Münchner Habitus von Schein und Aufgesetztheit an Prägnanz und wirft nicht zuletzt die Frage nach der Planbarkeit von Urbanität auf.

Die vollständige Arbeit gibt’s hier zum Runterladen.

Mießl, Anna: Stadt im Rausch // „Mir gärtnerplatzt der Kragen“ – Die Gentrifizierung im Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel. 2011

„Kindercafés“ (SZ, 01.06.2009), „Yuppies“ (SZ, 05.12.2005), „Latte-Macciato“ (SZ Magazin, Nr. 44,
2011), „Luxuswohnturm“ (SZ, 04.02.2011), „Schickimicki-Imbiss“ (SZ, 14.01.2010). Was haben
diese Phänomene mit dem Gärtnerplatz- und dem Glockenbachviertel zu tun?
Verfolgt man die Diskussion um den Stadtteil wird rasch deutlich, dass es sich bei
diesen Stichworten nicht nur um Etikettierungen handelt, sondern vielmehr die Rede
von symbolisch aufgeladenen Bezeichnungen sein muss, die in der Debatte um die
Gentrifizierung zu hören sind und sie zugleich auch kräftig anfeuern. Die
Auseinandersetzung mit der Gentrifizierung und all ihren Nebeneffekten, Motoren
und Auswirkungen, ist dabei nicht nur in der städtischen Planungspolitik oder an
den Universitäten ein zentrales Thema. Die Gentrifizierung als urbane
Erscheinungsform ist mittlerweile längst ein Schlüsselbegriff des gesamten
Diskurses, der sowohl im Alltag der Stadt als auch in den Medien verhandelt wird.
Die Entwicklung des Glockenbach- und Gärtnerplatzviertels vom Gewerbe- und
Handwerksviertel zum „schwul-lesbischen Zentrum Münchens“ (Vollhardt:
Themengeschichtspfad. Geschichte der Schwulen und Lesben in München. 2010), zum aufregenden
Kreativquartier sowie zum Party- und In-Viertel bis hin zu dem Stadtteil, in dem
gegenwärtig die „teuerste Wohnung Münchens“ (SZ Magazin, Nr. 10, 2010) verkauft wird,
entspricht geradezu idealtypisch dem Konzept der Gentrifizierung. In meiner Arbeit
geht es vor allem darum, den konkreten Prozess in dem Viertel nachzuzeichnen und
auf die spezifischen Folgen und Probleme dieser Entwicklung in München
einzugehen.
Welche Akteurinnen und Akteure sind von der Gentrifizierung lediglich passiv
betroffen, welche treiben sie voran und welche werden völlig verdrängt? Was für
eine Rolle spielt die homosexuelle Szene im Viertel und was bedeutet der Wandel für
diese Gruppe? Was hat das Image des Viertels mit verschiedenen Lebensstilen zu
tun? Welche Zuschreibungen lassen sich im Alltag des Viertels wiederfinden?
Welche identitätsstiftenden Prozesse finden statt?

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DRINNEN ODER DRAUSSEN …und wie viel Rand braucht die Stadt?

Letzel, Tassilo/ Samer, Daniel: Peripherie München. 2009

Der Stadtrand ist ein Ort der ständigen Veränderung. Neues entsteht, alte gewachsene Strukturen
müssen weichen. Der Stadtrand sei der letzte Freiraum der Stadt, der Platz für das Experiment, für
das Anders-Leben biete, wie der Stadtforscher Boris Sieverts schreibt.
In diesen Veränderungen manifestiert sich der aktuelle Status einer sich beständig wandelnden
Gesellschaft.
Wir haben uns in mit dem Fahrrad in München umgesehen, um neue Orte, abseits der ausgetretenen Pfade kennen zu lernen, neue Geschichten zu finden, die vielleicht schon bald so nicht mehr passieren könnten, weil die Stadt über sie hinweg zu wachsen droht. Wir sind auf der Suche nach Menschen deren Lebenssituation von der sich ausbreitenden Stadt in unterschiedlicher Form beeinflusst wird.
Wie sieht das Leben am Rand aus? Wem werden wir begegnen? Und wie unterscheidet sich das Leben am Rand überhaupt vom Innerstädtischen? München ist aktuell eine der deutschen Städte mit dem größten Zuzug, bis zu 100.000 neue Einwohner zählt die Stadt jedes Jahr. Um Platz für die wachsende Stadt zu schaffen, werden aktuell viele ehemalige Frei- und Industrieflächen zu Wohnraum umgebaut.
Der innerstädtische Wohnraum wird indes immer teurer und exklusiver, und verdrängt so eine Vielfalt, die über Jahre so gewachsen war. Sozial schwächere Menschen und kleinere Handwerksbetriebe werden so mehr und mehr an den Stadtrand gedrängt: in Wohnsiedlungen, Entlastungsstädte und Gewerbeparks.

Den Trailer der neunteiligen Videoinstallation „Peripherie München“ kann man sich hier ansehen.

Rickert, Christoph/ Asböck, Michael: Additive Neuperlach. 2011

München wächst, die letzten großen Erweiterungsflächen an den Rändern sind überplant. Nun gilt es das weitere Wachstum zu nutzen um die bestehende Stadt umfassend für die Zukunft zu wappnen. Demographischer Wandel,  die Dienstleistungsgesellschaft und allen voran die immensen Herausforderungen des nachhaltigen Umbaus unserer gesamten Gesellschaft, erfordern eine grundlegende strukturelle Veränderung unserer Städte.
Neuperlach als starres Relikt seiner Zeit, bietet hier enorme Potenzial und stellt zugleich eine besondere Herausforderung da. Durch Nachverdichtung bietet sich die Chance die erstarrten Strukturen aufzubrechen und der  Entwicklung im Quartier neue Dynamik zu verleihen.
Die vorliegende Arbeit versucht am Beispiel Neuperlachs theoretisch in Form von Analysen und Texten, aber auch praktisch mittels dreier Konzepte, Potenziale der Nachverdichtung von Großsiedlungen aufzuzeigen. Dabei versteht sich die Arbeit als Diskussionsbeitrag auf dem Weg zu einem kleinteiligen Gesamtkonzept.

Die vollständige Arbeit gibt’s hier zum Runterladen.

Skublics, Lena: Die Messestadt Riem – Wohnstandort für Eltern und Kinder. 2010

Das Neubaugebiet Messestadt Riem im Münchner Osten zeichnet sich, im Vergleich zu anderen Quartieren in München, durch einen hohen Anteil an Familien aus.
Die Zielsetzung dieser Diplomarbeit  ist, den Prozess der Wohnstandortverlagerung von Familien in die Messestadt zu analysieren und die Lebenssituation von Familien in der Messestadt zu beleuchten. Es soll eine Vorstellung davon entwickelt werden warum Familien gerade an diesen Wohnstandort ziehen, wie sich der Wohnstandort Messestadt für ein Leben mit Kindern eignet und inwieweit die Messestadt einen Raum bietet, der den Anforderungen einer sich wandelnden Familienstruktur gerecht wird.
Dazu wurden im Jahr 2010 14 Haushalte mit Kindern unterschiedlicher Wohnformen (Miet- Eigentum und Genossenschaftliches Wohnen) befragt.
Die Ergebnisse der Befragung zeigten dabei eine überwiegen positive Bewertung der Umzugsentscheidung und des Lebens mit Kindern in diesem Stadtviertel.

Die vollständige Arbeit gibt’s hier zum Runterladen.

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